„Für 30 Euro im Monat brauche ich keine Werbung.“ - Eine ehrliche Antwort auf eine berechtigte Rückmeldung
Diese Rückmeldung kam von einem Musiktherapeuten am Uniklinikum. Voll ausgelastet, gut vernetzt, eine gerontopsychiatrische Station, die überläuft. Daneben eigene aufsuchende Arbeit bei Menschen zu Hause und in Einrichtungen. Er schrieb dazu, er finde großartig, was wir aufbauen. Aber Werbung brauche er eben nicht. Er hat recht. Und wir haben lange überlegt, was wir darauf antworten. Denn wenn Therapeo eine Werbeplattform wäre, wäre die Sache klar: Wer voll ist, braucht sie nicht. Aber darum geht es uns nicht. Es geht um etwas, das uns alle betrifft. Egal, wie voll der eigene Kalender gerade ist.
Sie kennen diesen Moment
Jemand fragt, was Sie beruflich machen. Sie sagen: Musiktherapie mit Menschen mit Demenz. Und dann kommt dieser Blick. Ach, Sie singen mit den alten Leuten? Wie schön.
Was Sie in dem Moment nicht erzählen können: dass ein Mann, der seit Wochen kein Wort gesprochen hat, eine ganze Strophe mitsingt. Dass eine Frau, die niemanden mehr erkennt, bei ihrem Lied zu weinen beginnt, und ihre Tochter gleich mit. Dass Sie Dinge sehen, die in keiner Pflegedokumentation stehen.
Wir kennen die Studien. Wir sehen die Wirkung in jeder Stunde. Die S3-Leitlinie empfiehlt musikbasierte Angebote ausdrücklich. Und trotzdem: Draußen weiß es fast niemand. Angehörige, die verzweifelt suchen, haben das Wort Musikgeragogik noch nie gehört. Hausärzt:innen empfehlen es selten. Pflegekassen zahlen nicht regelhaft.
Das ist kein Nachfrageproblem. Es ist ein Bekanntheitsproblem. Und das löst sich nicht dadurch, dass Einzelne gut ausgelastet sind. Auch nicht die Besten.
Alleine kommt man an. Aber es ist ein zäher Weg.
Vernetzen, Angehörigenabende, Tag der offenen Tür, der gute Draht zur Sozialstation: Das funktioniert. Viele von uns machen diese Arbeit seit Jahren. Unbezahlt, nach Feierabend, weil sie eben dazugehört.
Aber die Reichweite endet dort, wo die eigenen Kontakte enden. Und wer darüber hinaus sichtbar werden will, merkt schnell, was das kostet:
Sichtbarkeit im Alleingang
- Anzeige in der Lokalzeitung: 300–500 € einmalig
- Eigene Website: 1.000–3.000 € plus laufende Pflege
- Google-Anzeigen für die Region: 200–400 € monatlich
- Flyer, Druck, Verteilung: 200–600 € pro Aktion
Eine einzige Zeitungsanzeige kostet mehr als ein ganzes Jahr bei uns. Sie erscheint einmal, wird überblättert, und am nächsten Tag liegt sie im Altpapier.
Dazu kommt die Zeit. Jede Stunde, die in Website-Pflege und Selbstvermarktung fließt, fehlt bei den Menschen, für die wir diesen Beruf gewählt haben.
Was wir mit dem Geld machen
Therapeo steckt jedes Jahr eine fünfstellige Summe in Öffentlichkeitsarbeit. Nicht damit die Plattform bekannter wird, sondern damit unsere Arbeit bekannter wird.
Konkret: Kampagnen, die Angehörige genau in dem Moment erreichen, in dem sie suchen. Suchmaschinenarbeit, damit jemand, der „Musiktherapie Demenz Halle“ eingibt, tatsächlich etwas findet. Pressearbeit, die das Thema aus unserer Fachblase heraus in die breite Öffentlichkeit trägt.
Und was sonst noch dahintersteht
- Entwicklung und Betrieb der Plattform
- Server, Sicherheit, DSGVO-konforme Infrastruktur
- Manuelle Prüfung jedes einzelnen Profils
- Persönlicher Support für Angehörige und Kolleg:innen
- Fortbildungen und fachlicher Austausch
Andere Vermittlungsplattformen nehmen 15 bis 25 Prozent Provision. Von jedem einzelnen Auftrag, dauerhaft. Wir nehmen einen festen Betrag, der gleich bleibt. Egal, wie gut es für Sie läuft: Was Sie verdienen, gehört Ihnen.
Kurz zur Rechnung
Wir wollen das Thema nicht überstrapazieren, aber einmal durchgerechnet gehört es dazu.
Ein regelmäßiger Hausbesuch pro Woche
ca. 60 € pro Termin × 4 Termine im Monat = 240 €
− 29,99 € Mitgliedsbeitrag
= rund 210 €, die es ohne die Vermittlung nicht gäbe
Und wenn mehr zusammenkommt:
2 Termine pro Woche = 480 € im Monat
3 Termine pro Woche = 720 € im Monat
Der Beitrag bleibt gleich: 29,99 €.
Aufs Jahr gerechnet: Schon ein einziger regelmäßiger Termin bringt gut 2.500 Euro, bei 360 Euro Beitrag. Bei drei Terminen wöchentlich sind es rund 7.500 Euro.
Und selbst wenn über ein ganzes Jahr nur eine einzige Begleitung zustande kommt, die dann länger läuft, hat sich die Mitgliedschaft mehrfach getragen. Kommt gar nichts zustande, kündigen Sie zum Monatsende. Keine Frist, kein Kleingedrucktes.
Für alle, die neben der Anstellung etwas Eigenes aufbauen wollen
Viele von uns kennen die Situation: eine halbe oder Dreiviertel-Stelle in Klinik oder Einrichtung. Sicher, aber begrenzt. Im Gehalt wie in den Gestaltungsmöglichkeiten. Und irgendwo im Hinterkopf die Frage, ob nebenher nicht noch etwas Eigenes ginge.
Meistens scheitert es nicht am Können. Es scheitert daran, dass niemand weiß, wo man anfangen soll: Woher kommen die ersten Klient:innen? Wer baut die Website? Wann soll das alles passieren, neben der Stelle?
Genau da setzen wir an. Ein, zwei Hausbesuche pro Woche, die zur eigenen Arbeitszeit passen. Die Anfragen kommen über die Plattform, und Sie entscheiden, was Sie annehmen. Wenn es wächst, bauen Sie aus. Wenn nicht, bleibt es bei dem, was gut unterzubringen ist.
Kein Sprung ins kalte Wasser. Ein Anfang mit Sicherheitsnetz.
Worum es uns wirklich geht
Die S3-Leitlinie empfiehlt musikbasierte Angebote bei Demenz. Trotzdem werden sie nicht regelhaft finanziert. Angehörige zahlen privat oder verzichten. Und Kolleg:innen mit fünf Jahren Studium verhandeln Honorare, für die sich andere Berufsgruppen nicht einmal ins Auto setzen würden.
Daran ändert sich nichts, solange jede:r für sich kämpft. Es ändert sich, wenn wir als Berufsgruppe sichtbar werden. Mit Zahlen, mit Reichweite, mit einer gemeinsamen Stimme, die man nicht mehr überhören kann.
Jedes Profil macht diese Stimme lauter. Jede vermittelte Begleitung belegt den Bedarf schwarz auf weiß. Und jede Familie, die erlebt, was diese Arbeit kann, erzählt es weiter. Der Nachbarin, der Hausärztin, in der Selbsthilfegruppe.
So entsteht der Druck, der irgendwann auch bei den Kostenträgern ankommt. Nicht durch Einzelne. Durch viele.
Gerade wenn Sie ausgelastet sind
Dann sind Sie die Person, auf die es ankommt.
Nicht weil Sie Aufträge brauchen. Sondern weil die Angehörigen, die Sie absagen müssen, über die Plattform trotzdem jemanden finden. Vielleicht eine Kollegin, die gerade anfängt und jede Anfrage gebrauchen kann. Weil Ihre Erfahrung das Ganze glaubwürdiger macht. Und weil eine Berufsgruppe nur dann als Ganzes sichtbar wird, wenn auch die dabei sind, die es einzeln nicht nötig hätten.
Wir sind neu. Das sagen wir offen.
Wir können keine Erfolgsgeschichten aus fünf Jahren zeigen, keine hundert Erfahrungsberichte. Therapeo steht am Anfang. So wie jede:r von uns irgendwann am Anfang stand.
Was wir bieten können: Transparenz darüber, wohin das Geld fließt. Monatliche Kündbarkeit, damit niemand ein Risiko eingeht. Und die Möglichkeit, mitzugestalten, was hier entsteht, statt später auf etwas Fertiges aufzuspringen, das andere geprägt haben.
Skepsis ist berechtigt. Es gibt genug Plattformen, die viel versprechen und wenig halten. Prüfen Sie uns einen Monat lang. Wenn es nichts bringt, kündigen Sie.
Aber wenn Sie auch finden, dass diese Arbeit mehr Aufmerksamkeit verdient, als sie bekommt: Dann sind 29,99 Euro kein Werbebudget. Dann ist es ein Beitrag zu etwas, das größer ist als der eigene Kalender.
Fragen? Schreiben Sie uns an info@therapeo.de - Wir antworten persönlich.
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